Darmgesundheit

„Der Darm ist für uns  wie die Wurzeln für den Baum“ (Dr. F. X. Mayr)
Die Darmzotten unseres Darmes sind unsere Wurzeln, unsere Darmflora ist die Erde.

Man teilt die Mikroorganismen, die unseren Darm bewohnen, in 3 Gruppen ein:

1.)    Benefizielle Flora
Sie ist die wichtigste, bei Gesunden die größte Gruppe und wird auch essentielle oder   „einheimische“ Gruppe genannt. Sie ist heilsam und gesunderhaltend.
Die wichtigsten Individuen sind Lactobazillen, Bifidobakterien, physiologische E. coli, (die die krankmachenden E. Coli wie z.B. den „Ehec“ bekämpfen), Enterokokken und viele andere. Diese Gruppe reagiert sehr empfindlich auf die meisten Antibiotika. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis nach einer Antibiotika-Einnahme die benefizielle Darmflora wieder hergestellt ist. In dieser Zeit haben ungünstige Mikroorganismen ausreichend Gelegenheit sich in unserem Darm zu etablieren.

2.)   Opportunistische Mikroorganismen
Diese Gruppe umfasst ca. 500 Arten, deren Zusammensetzung von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist. Bei Gesunden werden diese opportunistischen Mikroorganismen normalerweise von der benefiziellen Flora limitiert und kontrolliert. Wenn diese Kontroll-gruppe wegfällt, ist jeder einzelne Vertreter dieser Opportunisten in der Lage, überhand zu nehmen und gesundheitliche Probleme zu verursachen. Viele dieser ungünstigen Mikroorganismen leben von Kohlehydraten.
Beispiele: Clostridien, Salmonellen, Pilze, Candida, Staphylokokken, Streptokokken, Enterobakterien, Fusobakterien, Bacteroidetes (bei Übergewichtigen sind sie häufig vermehrt). Da Clostridien und Pilze auf die gängigen Antibiotika nicht empfindlich sind, vermehren sie sich während einer antibiotischen Behandlung ungehemmt.

3.)   Übergangsflora
wir nehmen sie täglich mit der Nahrung auf. Sie gehen durch uns durch, ohne uns etwas zu tun, vorausgesetzt die Kontrollgruppe, die benefizielle Flora funktioniert.

Was genau leistet die benefizielle Darmflora für uns?

  • Sie produziert Stoffe, die die opportunistische Flora in Schach hält. Diese Stoffe wirken gegen Viren, Pilze und Bakterien, und bieten sogar Schutz vor Würmern und anderen Parasiten, deren Eier in einer gesunden Darmflora nicht reifen können.
  • Sie produziert Säuren, z.B. die Milchsäure, die sehr unangenehm für die unerwünschten Keime der Gruppen 2 u.3 sind. (PH zwischen 4,0 und 5,0)
  • Sie fördert unsere Darmperistaltik, die für eine regelmäßige Verdauung Bedingung ist.
  • Sie produziert Vitamine, Aminosäuren, Fettsäuren, Verdauungsenzyme, und Botenstoffe, die für das reibungslose Funktionieren unseres Körpers verantwortlich sind. Unsere Darmflora ist in der Lage, Mineralstoffe aus dem Nahrungsbrei für uns verfügbar zu machen, sie ermöglicht also die Aufnahme in unseren Körper.
    Unsere Darmflora ist unsere Nährstofffabrik!
  • Sie neutralisiert Nitrate, Phenole, Histamine, Schwermetalle und andere Gifte, trägt daher wesentlich zur laufenden Entgiftung bei.
  • Sie unterdrückt unkontrolliertes Zellwachstum. Man hat in Studien positive Effekte bei Krebs beobachtet. Manche Leute behaupten, Darmkrebs ist bei einer ordentlich funktionierenden Darmflora nicht möglich!
  • Sie hat durch die Produktion von Immunzellen und Immunglobulinen einen starken Einfluss auf unser Immunsystem. Unsere Abwehrkraft gegen Infektionen steht in direktem Zusammenhang mit der Zusammensetzung unserer Darmflora, Allergien und Autoimmunkrankheiten haben ihre Ursache im Darm.
  • Sie kann aus der Nahrung jene Stoffe aufschließen, die den Darm selber ernähren.