Wissen

Aus allen Medien wird uns zugerufen, wie wir uns zu ernähren haben, oder was „gesund“ sei. Widersprüchliche Informationen verwirren eher, als das sie Klarheit schaffen.

Handel und Industrie wollen scheinbar unser Leben vereinfachen und bieten zeitsparende Fertig- und Halbfertigprodukte an. Auch auf die zunehmenden Unverträglichkeiten und bestimmte Spezialbedürfnisse wird vermehrt eingegangen, für mich ein Zeichen, dass bei den Menschen schon vieles im Argen liegt.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Lebensstil mit dem Wohlbefinden und der Gesundheit gibt, scheint unbestritten. Die WHO definiert Gesundheit als einen Zustand des völligen körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefindens. Wenn ich mich so umschaue, kann ich aber kaum jemanden finden, auf den das noch zutrifft.

Montags gibt es auf Ö1 die Sendung „Radiodoktor“. Zu den verschiedensten Themen sind Spezialisten eingeladen, meist Universitätsprofessoren. Erschreckend ist für mich der Eindruck, wie „weit hinten“ der offizielle Wissensstand zu sein scheint. Oder, wie gesteuert? Schockierend war für mich eine Sendung, in der für Kinder zehn grippale Infekte pro Jahr für normal erachtet wurden. Zehn Infekte pro Jahr bedeutet pro Schuljahr jeden Monat einmal krank sein!

Es werden immer noch häufig „zur Sicherheit“ Antibiotika verabreicht, die die Darmflora schwer beschädigen, und das weiß jeder Arzt! Da die Abwehrkraft aus der Darmflora kommt, und das scheint schon nicht mehr jeder Arzt zu wissen, ist zu vermuten, dass diese Kinder auch als Erwachsene mindestens zehn Mal pro Jahr krank sein werden. Dass eine beschädigte Darmflora auf die Gesundheit eines Menschen gravierende Auswirkungen hat, findet keinerlei Beachtung, und dass das für eine Gesellschaft Folgen hat, scheint klar.  Die Kosten für unser Gesundheitssystem sind seit Jahren in Diskussion.

In meinen Augen haben der großzügige Umgang mit Antibiotika und anderen die Darmflora verändernden Substanzen und die Veränderungen in unserer Ernährung äußerst nachteilige Konsequenzen für uns alle.

Sind die Abkehr von traditioneller Landwirtschaft und traditionellen Zubereitungsmethoden und Gerichten hin zu intensiver Landwirtschaft, vorgefertigten Halbfertig- und Fertigprodukten, voller ungünstiger Stoffe, verantwortlich für die rapide zunehmenden Zahlen von seelischen Gesundheitsproblemen und chronischen Erkrankungen?