Grundsätzliche Überlegungen

Die Ausgangs-Situation jeder Person ist individuell. Der „Durchschnittsmensch“ kann über einen gewissen Zeitraum negative Einflüsse, die von der Ernährung kommen, kompensieren, konstitutionell benachteiligte Menschen können dies nicht so gut. Dadurch können manche Menschen sehr lange nach bestimmten Ernährungsformen (z.B. vegetarisch oder gar vegan) leben, für andere führt es irgendwann zu gesundheitlichen Problemen, die nur mehr teilweise reversibel sind. [1] Wenn Kinder von so einer konstitutionellen Benachteiligung betroffen sind, hat das neben körperlichen Problemen wie Asthma oder Neurodermitis auch Auswirkungen auf ihre Lernfähigkeit, die sich natürlich im Erwachsenenalter fortsetzen. (Z.B. Legasthenie, Rechenschwächen, AD(H)S, Autismus und alle Mischformen aus diesem Problemkreis.) Was jemand essen kann, und wie lange er damit auskommt, bestimmte Lebensmittel nicht zu essen, ist abhängig von der individuellen Kraft des eigenen Verdauungssystems, der Darmflora, und dem individuellen Status an Nährstoffen. Vieles davon könnte mit Tests bestimmt werden.

Die Dosis macht das Gift, soll Paracelsus gesagt haben, und Hildegard von Bingen verweist im Zusammenhang mit „Giftigkeit“ auf eine weitere Dimension, nämlich die Zeit. Sie soll gesagt haben, wenn man jemanden schnell töten möchte, reiche man ihm den Schierlingsbecher und wenn man jemanden langsam töten möchte, reiche man ihm den Lauchbecher. (Sie erachtete Lauch, Pflaumen und Pfirsiche als giftige Pflanzen. Tatsächlich habe ich persönlich diese drei nie gut vertragen.)

Ernährung hat also langfristige Auswirkungen. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Gesellschaften bestehen aus Individuen. Wenn diese Individuen körperlich, geistig und seelisch nicht gut beisammen sind, ist auch die Gesellschaft „nicht gut beisammen“ und daher nicht leistungsfähig genug, um gut funktionieren und anstehende Probleme lösen zu können.

„Iss nichts, was deine Großmutter nicht gekannt hat!“, lautet eine sehr sinnvolle Empfehlung. Ich sollte eigentlich Urgroßmutter sagen, denn meine Großmutter lebte in kleinen Verhältnissen und hat den Krieg mit allem möglichen „Ersatz“ erlebt. Aufs Brot gab es nur Butter, aber Kuchen hat sie mit Margarine statt mit Butter gemacht.

Ein weiteres gutes Motto ist, nur Lebensmittel zu verwenden, die ursprünglich keinen Strichcode tragen, oder bei denen man noch erkennen kann, was es ist! Vereinfacht kann man sagen: Was Mutter Natur kreiert hat, ist hochwertig und gut für uns. Was der Mensch kreiert hat, nicht. Was der Mensch „extrahiert“ hat, aus dem Zusammenhang genommen hat, z.B. Zucker aus Zuckerrohr oder den Rüben, ist nicht gut für uns.

Nur weil etwas käuflich zu erwerben ist, heißt das noch lange nicht, dass es der menschlichen Gesundheit zuträglich ist. Red Bull und seine verwandten Energy-Produkte sind in Litauen bereits verboten, in weiteren Ländern gibt es diesbezügliche Überlegungen.[2] Zigaretten würden heute nicht mehr zugelassen werden.

Die moderne, uns durch den Liberalismus aufgezwungene Lebensweise,  der zunehmende Druck am Arbeitsplatz und die immer mehr verlangte und ganz selbstverständliche ständige Erreichbarkeit erzeugen Stress, der wiederum „unseren Motor“ schneller laufen lässt, was einen erhöhten Verbrauch an Nährstoffen zur Folge hat. Dem gegenüber steht ein reduzierter Gehalt an Nährstoffen, der der intensiven Landwirtschaft der letzten 100 Jahre zu verdanken ist. Die kontrolliert biologische Landwirtschaft trachtet, diese negativen Folgen zu vermindern und die Qualität der Produkte zu erhöhen.

Die Vitamingehalte in den Tabellen der Literatur sind mit Vorsicht zu betrachten. Die Aufbereitungs- und Messmethoden in den Labors, die diese Angaben ermitteln, sind nicht mit dem menschlichen Verdauungstrakt vergleichbar. Wir haben nur unser Gebiss, um die Nahrung zu zerkleinern. Im Labor gibt es Mixer mit „Turbo“-Kraft, und alle möglichen Methoden, um Substanzen zu extrahieren oder zu isolieren. Die individuelle Kraft des Verdauungssystems hat einen wesentlichen Einfluss auf die Aufnahme von Nährstoffen .

[1] Lierre Keith, Vegetarisch essen mit Fleisch
https://www.youtube.com/watch?v=WemanmrAYvg

[2]http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/chronik/sn/artikel/soll-red-bull-verboten-werden-127229/