Warum essen wir?

Unser Körper ist zwar ein Meister des Recyclings, viele Stoffe baut er um und verwendet sie wieder. Allerdings braucht er, um seinen „Betrieb“, seine Funktionen mittels Hormonen, Enzymen, Neurotransmittern und vielen anderen wichtigen Stoffen aufrecht zu erhalten, ständig Input von außen, nämlich Bausteine in Form von bestimmten Fett- und Aminosäuren, Vitaminen und den vielen sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das einzige an Nährstoffen, die er dafür nicht braucht, sind Kohlehydrate. Sie sind nur Energielieferanten.

Für den Erhalt der Struktur unseres Körpers werden ebenfalls bestimmte Bausteine benötigt, da der Körper sich ständig selbst erneuert. Alle 100 Tage haben wir eine „neue“ Leber, alle 10 Jahre ein neues Skelett. Die roten Blutkörperchen haben eine Lebenserwartung von ca. 120 Tagen und werden danach in der Milz recycelt.

Ernährung liefert also dem Körper Baustoffe und stellt Stoffe für den „Betrieb“ bereit. Dass die Qualität der Baustoffe die Qualität des Körpers und die Qualität seiner Betriebsstoffe bestimmt, also die Gesundheit, ist ein logischer Schluss.

Der Körper sendet Signale, welche Bau- respektive Nährstoffe er gerade braucht. Ausdruck dafür sind Gusto oder der Appetit auf bestimmte Speisen. Dieser Signalmechanismus funktioniert nicht, wenn unsere Nase mit Duftstoffen „überschwemmt“ wird. In unserem Riechorgan, dem Siebbein, werden bestimmte Rezeptoren von den Duftstoffen blockiert, was wiederum die körperliche Kaskade des Gusto-Auslösens verhindert. [1]

Rauchen, die heute so überhand nehmenden Raumdüfte, beduftete Kerzen, duftende Produkte für die Körperpflege, Kosmetika und Substanzen zur Reinigung, sie alle behindern diesen überaus weisen Mechanismus, den die Natur für uns eingerichtet hat.

Der Gusto auf Stärkehaltiges und Süßes wiederum basiert auf einem anderen Mechanismus, der s.g. Kohlehydrat-Schaukel, Außerdem werden durch Zucker im Gehirn Mechanismen in Gang gesetzt, die denen einer echten Sucht gleichen.

Wir essen also um zu genießen, um Energie und Kraft zu bekommen, um gut funktionieren zu können und um unseren Körper zu erhalten. Dafür brauchen wir Proteine und Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Stoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme sind ebenfalls hilfreich. Wir brauchen Kohlehydrate bei weitem nicht in den Mengen, wie sie verzehrt werden, eigentlich brauchen wir sie gar nicht.

Was wir ebenfalls nicht brauchen, sind alle jene Stoffe, die unseren Nahrungsmitteln von der Industrie beigemengt werden.

 

[1] Dr. Natasha Campbell McBride, One Man’s Meat is Another Man’s Poison! http://www.doctor-natasha.com/one-mans-meat-another-mans-poison.php