Körperpflege

Gedanken über unsere Haut

„Gib nichts auf deine Haut, was du nicht auch essen würdest.“ (Dr. Natasha Campbell-McBride)

Lange Zeit glaubte man, dass unsere Haut uns vor Einflüssen aus der Umwelt „schützen“ würde. Inzwischen weiß man, dass sie alle Substanzen aufnimmt, mit denen sie in Berührung kommt. Die Wirkung von Medikamentenpflastern und Salben beweist dies. Daher sollte man vor allem mit Produkten für Körperpflege, Kosmetik, Reinigungs- und Waschmitteln sehr kritisch und zurückhaltend umgehen. Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe gibt Auskunft über die Fülle der verwendeten Chemikalien.

Unsere Haut ist auch ein Ausscheidungsorgan, über das ein wesentlicher Teil der physiologischenen „Entgiftung“ ganz automatisch stattfindet. Mit sehr einfachen, kostengünstigen und überaus wohltuenden Maßnahmen kann man diese ganz natürlichen Ausscheidungsprozesse seines Körpers unterstützen, und Wohlbefinden und Gesundheit fördern. Speisesoda, auch Natron genannt, ist preisgünstig und bietet für die Körperpflege verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Wie Seife ist es basisch und neutralisiert daher vorhandene Säuren.

Der so genannte Säureschutzmantel unserer Haut ist kein Schutzmantel, sondern ein Zeichen der allgemeinen Übersäuerung. Selbst bei Neugeborenen hat sich über die letzten Jahrzehnte der pH-Wert in Richtung Säure verschoben. (Jentschura)

Entsäuernde Bäder

Vollbäder mit einer halben Tasse (1/8 l) Speisesoda oder Meersalz sind eine gute Unterstützung für die Ausscheidungstätigkeit der Haut. Bei regelmäßiger Anwendung findet nach kurzer Zeit eine natürliche Regulation der Fettproduktion der Haut statt, trockene oder fette Haut normalisieren sich von selber. Unsere Haut ist nämlich mit allem ausgestattet, was sie braucht. Ein Eincremen ist eigentlich nicht notwendig.

An den Enden unseres Körpers, den Füßen und Unterschenkeln und über den Kopf passiert viel Ausscheidung. Deswegen die Füße im Wasser lassen und nach Möglichkeit auch mit dem behaarten Kopf in das Badewasser eintauchen und immer wieder die Kopfhaut massieren. Die Haare fühlen sich struppig an, nach der anschließenden Kopfwäsche werden sie wieder ganz geschmeidig. Ebenso wie Hornhaut oder Schweißfüße sind fette Haare oder viel Ohrenschmalz ein Zeichen für Ausscheidungsbedarf. Bei regelmäßigem Baden reduzieren sie sich mit der Zeit.

Diese Bäder sollen mindestens eine halbe Stunde lang dauern. Mit einem Waschlappen oder einer Bürste regt man die Durchblutung und auch die Ausscheidungstätigkeit der Haut an, und die Bewegung lockert gleichzeitig die im Gewebe abgelagerten Stoffe, damit sie auch ausgeschieden werden können. Das Trinken von Kräutertees fördert diesen Prozess zusätzlich.

Wenn man nicht baden mag oder kann, empfehlen sich Fußbäder. Dafür und auch für Vollbäder geeignet sind außer Speisesoda noch jeweils 1/8 l Meersalz oder, bei Mag-nesiummangel Bittersalz, und Meine Base u. BaseCare Basenbad in d. empf. Menge.

Sehr erfrischend ist es, sich an heißen Sommertagen mit etwas Speisesoda in kühlem Wasser zu waschen.

Deodorant

Speisesoda auf die nasse Haut der Achseln aufgetragen wirkt hervorragend gegen unangenehme Geruchsbildung.

Kopfwäsche

Bier oder Schwarztee wirken auf das Haar wie Festiger und man kann den Kopf mit Eidotter waschen. Aber ich esse die Eier lieber.

Eine weitere Möglichkeit, den Kopf zu waschen, ist Seife aus natürlichen Zutaten. Allerdings bildet sich aus der Seife und dem Kalk, der im Wasser enthalten ist, eine Substanz, die das Haar strohig werden lässt. Wenn man die Haare nach dem Schamponieren und dann während des Abspülens mit einer wasserfesten Bürste gut ausbürstet, wird diese Substanz mechanisch entfernt und gleich weggespült, und die Haare werden geschmeidig. Nach der Haarwäsche geht dadurch das Frisieren viel leichter. Die ReinSeiferei hat eine biologische Haarseife im Sortiment.

Zahnpflege

Aus Olivenöl und Speisesoda lässt sich eine Paste zum Zähneputzen herstellen. Das Soda neutralisiert vorhandene Säuren. Es ist körnig und löst sich im Mund langsam auf, dadurch reinigt es schonend und gründlich. Es entsteht ein angenehmes Mundgefühl. Man kann im Olivenöl vorher Kräuter ansetzen, z.B. Pfefferminze oder Ringelblume. Immer nur kleine Mengen in einem Glas vorbereiten und dunkel lagern.

Parodontax Classic, die rote, oder alle auf Natron basierenden Zahnpasten wirken ähnlich. Sie schmecken ungewohnt salzig. Herkömmliche Zahnpasten basieren auf dem Zuckeraustauschstoff Sorbitol und schmecken eigentlich süß.

Ölziehen

Aus dem Ayurveda kommt eine bewährte Methode über den Mundraum zu entgiften, das Ölziehen. Verwenden Sie dazu ein Öl, das Ihnen schmeckt. Es sollte so unbelastet wie möglich sein, am besten also aus kontrolliert biologischem Anbau. Bei Karies, Zahnfleischproblemen oder anderen Infektionen im Mundraum werden wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung Sesam- oder Kokosöl empfohlen. Auch Sonnenblumen-, Raps- oder Olivenöl sind geeignet.

Man nimmt einen großen Löffel Öl in den Mund, kaut es durch, zieht es durch die Zähne und saugt und presst das Öl im Mund hin und her, am besten ca. 15 bis 20 Minuten lang. Dabei gelangt das Öl in feinste Ritzen und eventuell vorhandene Zahntaschen. Mit der Zeit mischt sich das Öl mit Speichel, wird weiß und nimmt ausgeschiedene Substanzen auf. Deshalb keinesfalls schlucken, sondern in ein Papiertaschentuch spucken und dieses in den Restmüll werfen. Ölziehen ersetzt nicht das Zähneputzen.